Sicherheit & Erste Hilfe am Wasser

Die häufigsten Gefahren beim Angeln - und was im Ernstfall zu tun ist. Ersetzt keine Erste-Hilfe-Ausbildung, aber hilft, im Zweifel richtig zu reagieren.

Hakenverletzungen

Steckt ein Haken oberflächlich in der Haut, lässt er sich oft mit der "String-Pull"-Methode entfernen: Schnur um den Hakenbogen legen, Öhr mit einem Finger gegen die Haut drücken und die Schnur mit einem schnellen Ruck parallel zur Haut ziehen.

Nicht selbst entfernen und stattdessen einen Arzt/die Notaufnahme aufsuchen bei: Haken im oder nahe am Auge, tief steckendem Widerhaken, starker Blutung, oder wenn der Haken in Gelenken, Sehnen oder im Gesicht sitzt.

Schnittverletzungen & Flossenstiche

Rückenflossen von Barsch, Zander und Kaulbarsch sowie die Kiemendeckel mancher Arten können tief schneiden. Wunde auswaschen, desinfizieren, bei starker Blutung oder Anzeichen einer Entzündung (Rötung, Schwellung, Fieber) einen Arzt aufsuchen - Fischstiche können sich infizieren.

Ertrinkungsgefahr & rutschige Ufer

Steile, nasse oder vereiste Ufer, Steganlagen und Boote sind Hauptunfallquellen. Beim Bootsangeln immer eine Schwimmweste tragen. An unbekannten Gewässern auf brüchige Uferkanten und Unterspülungen achten, besonders nach Regen oder Hochwasser.

Eisangeln

Eisangeln ist in Berlin und Brandenburg nur bei ausreichender, geprüfter Eisdicke vertretbar (Faustregel: mindestens 10-15 cm klares, tragfähiges Eis für eine Einzelperson - im Zweifel lieber nicht). Nie allein aufs Eis gehen, Eispickel/Eisnadeln griffbereit am Körper tragen, Handy immer dabei. Trübes, poröses oder von Zuflüssen durchzogenes Eis ist besonders gefährlich.

Gewitter

Bei aufziehendem Gewitter sofort den Angelplatz verlassen: Carbon-/Kohlefaserruten leiten Strom hervorragend und erhöhen das Blitzschlagrisiko erheblich. Offene Ufer, Stege und Boote sind besonders exponiert. Faustregel: Ist die Zeit zwischen Blitz und Donner unter 30 Sekunden, sofort Schutz suchen.

Hitze, Sonne & Unterkühlung

Im Sommer ausreichend trinken und Sonnenschutz nicht vergessen - viele Sitzangel-Sessions dauern Stunden ohne Schatten. Im Winter und beim Nachtangeln auf wärmende, wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip achten; nasse Kleidung (z.B. nach Ausrutschen ins Wasser) sofort wechseln, Unterkühlung tritt schneller ein als gedacht.

Erste-Hilfe-Set fürs Angeln

Eine kleine, wasserdichte Tasche mit folgendem Inhalt gehört in jede Ausrüstung:

Notruf

Die europaweite Notrufnummer 112 (Feuerwehr/Rettungsdienst) und 110 (Polizei) funktionieren auch ohne Netzabdeckung des eigenen Anbieters. Wichtig für die Standortangabe: Namen des Gewässers, nächstgelegener Ortsteil/Zufahrtsweg und markante Punkte (Brücke, Steg, Angelverein) vorher kennen - an abgelegenen Gewässern in Brandenburg ist die genaue Ortsbeschreibung oft entscheidend für schnelle Hilfe.